Einstieg in die (Blues-) Improvisation
So, gestern Abend wieder bei Oli gewesen. Habe ihm von meinem kleinen Dilemma erzählt.
Wie finde ich den Einstieg in das große Thema Improvisation?
Wir haben uns dann über die verschiedenen Herangehensweisen recht ausgiebig unterhalten:
- Patterns, Licks
- Melodie
- Akkorde
Seine Empfehlung war, zunächst einmal mit der Improvisation im Blues zu starten, da es hier recht einfach ist, mit der Pentatonik zu schönen Motiven zu kommen. Das habe ich dann gleich versucht, in die Praxis umzusetzen. Er hat mich am Klavier begleitet, ich habe versucht, aus den Tönen der G-Dur Pentatonik Tonleiter etwas zusammenzustricken. Beim ersten Mal klang es total langweilig. Dann gab er mir Tipps, wie ich mein Solospiel interessanter gestalten kann. Z. B., in dem ich versuche, schöne Motive herauszuarbeiten. Der Unterschied zwischen einem Stück und einem Hit ist die sogenannten “Hookline“. Erst durch ein oder mehr unverwechselbare, tanzbare Motive wird aus einem Musikstück der “Ohrwurm“. Wenn man unweigerlich “mittanzen” muss, dann ist man auf dem richtigen Weg (jeder kennt ja sicherlich die Situation, wo man im Auto alleine anfängt, mit den Fingern am Lenkrad zu tippen oder laut mitsummt oder singt und einen die anderen Leute an der Ampel dann immer komisch anschauen).
Also gilt es, mal so eine Hookline herauszuarbeiten und abzuspeichern bzw. aufzuschreiben, damit sie nicht in Vergessenheit gerät. Weiterhin ist es bei einem Blues in G-Dur so, dass das G logischerweise der Grundton ist, auf den man sich “verlassen” kann und zu den man immer wieder hinfinden sollte – vor allem, wenn man in irgendein abgedrehtes Solo abgedriftet ist, ist dann der Grundton immer der sichere Hafen, zu den man dann zurückkehren kann.
Ich denke, dass waren wieder einmal mehr hilfreiche Tipps, die ich mal die nächsten Tagen und Wochen verfolge. Gleich daheim natürlich noch weitergespielt, das klang dann schon ganz brauchbar.
Später – meinte Oli – kann man dann als Übung sich tatsächlich eine Transcription von einem Artist vornehmen kann und diese dann eins zu eins nachspielen und einstudieren. Also quasi eine Imitation der Improvisation. Das wäre dann aber sicherlich der zweite Schritt… Mir kommt es immer wieder so vor, dass ich mit meiner Technik und meinem Können leider meinem Willen und meinem theoretischen Wissen hinterherhinke. Aber das ist ja auch gleichzeitig ein Antrieb!
Weiterhin hatten wir noch über mein neues MPC gesprochen. Was ihm gleich aufgefallen ist (mir auch schon), dass nun die Kombination mit meinem derzeit gespielten Blatt nicht mehr hinhaut, wohl wegen der etwas längeren Bahn des Selmer gegenüber dem ESM. Darauf habe ich dann mal ein Vandoren V16 mit Stärke 2,5 aufgespannt – und siehe da – es klang doch gleich viel solider. Was bei dem Rico Royal 2 mir eigentlich ganz gut gefallen hat (in Grenzen), war dieses Ausbrechen des Tones in den Höhen und Tiefen, allerdings war das dann auch schnell nervig. Es flatterte dann einfach zu schnell. Mit dem Vandoren ist nun allerdings ein disziplinierterer und auch festerer Ansatz und eine bessere Stütze durch das Zwerchfell notwendig, leise Passagen zu spielen ist damit – zumindest jetzt – viel schwieriger. Wird sich aber sicherlich wieder anpassen.
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