Was bisher geschah…

Wie die Zeit doch verfliegt. Den Titel fand ich passend, in Anlehnung an eine bekannte Serie. Habe heute festgestellt, dass mein letzter Beitrag hier zum eigentlichen Thema schon ziemlich genau drei Monate her ist. Damals hatte ich mit mal wieder mit dem Thema Blatt beschäftigt.

Inzwischen ist natürlich viel passiert – Der übliche Vorweihnachtsstress, Ein schöner, langer Weihnachtsurlaub, ein schneller Start ins neue Jahr und leider auch viel zu wenig Zeit zum Saxophon spielen. Aber dennoch denke ich, die wenige Zeit gut genutzt zu haben.

jamey-aebersold-st-louis-bluesKurz vor Weihnachten hatte ich noch eine Stunde bei Oli, wir hatten uns intensiv mit dem Stück “St. Louis Blues” befasst, vor allem mit dem Solo-Part. Allein daheim kam ich mir immer so schrecklich unkreativ vor, Wenn Oli mich aber auf dem Klavier begleitet, kommen mir aber immer mehr Ideen, meine Improvisation in wohlklingende Töne umzuwandeln.

Der aus meiner Sicht wesentliche Part ist dabei wohl der, dass jemand (der natürlich über entsprechende Kenntnisse und Gehör verfügt) sich auf auf mich einlässt und nicht eben ein Playalong, was unbeirrbar und ohne Gnade einfach alles durchzieht, ob man mitkommt oder nicht.

Auf jeden Fall hat mir dieser Tag neuen Auftrieb gegeben. Inzwischen habe ich auch schon zwei Sessions mit Jürgen in meinem neuen Probenraum hinter mir. Hat sehr viel Spaß gemacht, er spielt seit mehr als zwei Jahrzehnten Saxophon und ist sowas von taktsicher! Echt faszinierend, da merkt man dann schon, was Spielpraxis ausmacht. Wir haben uns dann an den zwei Abenden hauptsächlich auf “St. Louis Blues” und “Wave” konzentriert, hat auch mit dem Playalong prima geklappt. Wenn der Eine mal rauskam (also hauptsächlich ich), konnter er dann durch den Anderen wieder den Einsatz finden. Hat irre viel Spaß gemacht, werden wir sicherlich wiederholen, vor allem hören sich zwei Tenor Saxophone auch richtig cool an, wenn sie synchron gespielt werden.

Anfang Januar (am 13.) war ich auch wieder bei Oli, dieses Mal haben wir uns damit beschäftigt, ein Stück nur mit Hilfe des Gehörs zu erfassen. Gar nicht so einfach und doch nicht so schwer. War eine sehr interessante Erfahrung (er hat mir natürlich dabei geholfen), sich Schritt für Schritt ein Stück zu erfassen und dann auf Basis des gehörten dann nachzuspielen. Wir haben das mit “Blue Bossa” von Joe Henderson gemacht, ein sehr schönes Stück. Kann ich nur empfehlen, den Track immer wieder anhören, sich die einzelnen Takte, Phrasen und Hook-Lines rauspicken und nach und nach verinnerlichen. Herausfinden, in welcher Tonart, mit welcher Phrasierung, Geschwindigkeit das Originalstück gespielt wird und dann Stückchen für Stückchen das Puzzle zusammenzubauen. Eine ganz neue Erfahrung!

Dann war ich allerdings im Job ziemlich eingespannt, viel unterwegs und auch noch ein paar Tage erkältet und konnte gar nicht weitermachen. Bis zu diesem Freitag (6.2.), die beste Ehefrau von allen hatte etwas anderes vor und ich hatte endlich mal wieder Zeit, in Ruhe zu spielen. Nicht im Probenraum aber daheim unterm Dach ist es bei der Kälte dann eh auch gemütlicher. Hatte daher also am Freitag und gestern mal wieder die Erfahrung gemacht, dass so eine (Zwangs-) Pause oft auch hilfreich ist. Wenn ich in der Stimmung und ungestört bin, dann klappt´s auch. Habe gespielt “wie ein junger Gott” (naja, weit davon entfernt) zumindest habe ich mir noch mal Jobim und den Blues vorgenommen und schön soliert. Wenn ich es mal demnächst auf die Reihe bekomme, dann werde ich endlich mal wieder auch Aufnahmen machen, vor allem, weil ich mir noch entsprechendes Equipment besorgt habe, aber davon ein anderes Mal mehr!

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